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Kommission für bayerische Landesgeschichte

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Neue Veröffentlichungen

König Ludwig I. von Bayern und Johann Martin von Wagner

Der Briefwechsel Teil I/1-2: 1809-1815

bearbeitet von Mathias René Hofter und Johanna Selch in Zusammen­arbeit mit Friedegund Freitag und Jörg Zedler, heraus­gegeben von Martin Baumeister, Hubert Glaser und Hannelore Putz

(Quellen zur Neueren Geschichte Bayerns V), 2017, LXXX, 459 und 685 Seiten, ISBN 978-3-7696-6615-1, € 119,90

Der Briefwechsel von Ludwig I. von Bayern und seinem Kunstberater Johann Martin von Wagner eröffnet tiefe Einblicke in das Entstehen der Münchner Museen und Sammlungen sowie den bayerischen Kunstbetrieb im europäischen Kontext. Der erste Band umfasst die Jahre 1809–1815; diskutiert werden die in Rom und in Griechenland erworbenen antiken Kunstwerke, darunter der Barberinische Faun und die Skulpturen von Aigina. Wichtiges Thema sind auch die Planungen für die Glyptothek. Schließlich vermitteln die Briefe einen plastischen Eindruck römischen Lebens am Übergang von der napoleonischen Herrschaft zur europäischen Nachkriegs­ordnung.

Herzog Ernst von Bayern (1500-1560)

Geistlicher Landesfürst im Hochstift Passau, Erzstift Salzburg und der Grafschaft Glatz

von Hans Kammermayer

(Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 167), Verlag C. H. Beck, München 2018, x, 492 Seiten, ISBN 978-3-406-10782-5, € 59,90

Herzog Ernst von Bayern (1500–1560) hat in der Forschung bislang kaum Beachtung gefunden. Der dreifache Reichsfürst – in den beiden Bistümern Passau und Salzburg sowie in der schlesischen Grafschaft Glatz – war nach dem bayerischen Primo­­­­­genitur­gesetz von 1506 von der Erbfolge in Bayern aus­geschlossen. Daher schlug er die geistliche Laufbahn ein. Zeitlebens hat er jedoch den Empfang der höheren kirchlichen Weihen abgelehnt, weshalb er über seine beiden geistlichen Fürsten­tümer nur die Administration ausübte. 1554 zog er sich von seinem Bischofs­amt zurück. In der Reformations­frage setzte er auf die Beibehaltung des katholischen Glaubens. Er trat als ökonomisch versierter Landesherr hervor. Vor allem förderte er den Salzburger Edelmetall­bergbau.

Kirche - Religion - Staat. Walter Ziegler zum 80. Geburtstag

(Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 80/1), 2017, 350 Seiten, ISBN 978-3-4061-1208-9, € 29,80

Die Beiträge des aktuellen Heftes der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte sind Prof. Dr. Walter Ziegler als Festgabe zu seinem 80. Geburtstag gewidmet. Sie kreisen thematisch um das Haupt­forschungsgebiet des früheren Vorsitzenden der Kommission für bayerische Landesgeschichte.

Aus dem Inhalt: Rudolf Schieffer, Bayerische Herzöge im Blickfeld der Päpste des Frühen und Hohen Mittelalters. - Helmut Flachenecker, Der "unbekannte" Osten des Bistums Würzburg um 1000. Anmerkungen zum slawischen Bevölkerungsanteil in Franken. - Alois Schmid, Christoph III. von Pfalz-Neumarkt, König in den skandinavischen Unionsreichen und Pfalzgraf im Teilfürstentum Pfalz-Neumarkt (1416-1448). - Dieter J. Weiß, Johannes Eck und die Konfessionalisierungsdebatte. - Wolfgang Wüst, Religion - Territorium - Policey. Idealformen geistlicher Staatlichkeit im Ordnungsspiegel süddeutscher Hochstifte. - Helmut Rankl, Das Getreide der Fürsten. Umfang und Funktion der Kastenamtsgefälle in Staatshaushalt und Politik Bayerns 1450-1800. - Johann Pörnbacher, Johann Georg von Lori - im Spannungsfeld von Kirche und Staat. - Paul Hoser, Die "Augsburger Postzeitung" und der "Bayerische Kurier" als leitende Zeitungen des politischen Katholizismus in Bayern und ihre Position während des Ersten Weltkriegs. - Ferdinand Kramer, Kirchen und Religion in den "Lebenserinnerungen" von Gustav von Kahr. - Peter Claus Hartmann, Der katholische Kampf und Widerstand gegen den Nationalsozialismus in München (1922-1945). - Lydia Großpietsch, Das Schweigen der Glocken in Traunstein. Ein bischöfliches Lokal-Interdikt gegen das NS-Regime im Jahr 1934. - Stephan Deutinger, "In der Liebe Gottes wohnt die Freiheit". Über eine bayerische Wurzel der Weißen Rose. - Christian Kuchler, Christliche Gotteshäuser als Exkursionsziele für historisches Lernen an staatlichen Schulen.

Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2017

394 Seiten, 96 Abbildungen, ISSN 0067-4729, € 39,90

Aus dem Inhalt: Helmut Groschwitz setzt sich mit den Begriffen von und den Diskursen um „Authentizität“ und „Kulturerbe“ auseinander. Dabei begreift er Authentizität „als Ergebnis der Aushandlungen zwischen Menschen und Dingen“ und plädiert für eine weitergefasste „Definition des Kulturerbes als komplexes und fluides Netzwerk von Menschen, Dingen, Diskursen, Übersetzungen und Institutionen“. Dem Schnitzhandwerk in Sandberg in der Rhön widmet sich Jochen Ramming. Er zeichnet dessen Weg nach von der gezielten Einführung zur Gewerbeförderung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Diversifizierung der Schnitzprodukte und deren Einbindung in die Volkskunstdebatte sowie den Niedergang des Gewerbes im 20. Jahrhundert bis zur Aufwertung der Rhönschnitzerei als Kulturerbe im Zuge von EU‑Förderprogrammen zur (touristischen) Entwicklung ländlicher Regionen im 21. Jahrhundert. Anna Vatteroth nimmt mit dem Spessart ein weiteres Mittelgebirge und damit ebenfalls eine strukturschwache Region in den Blick. Anhand der dort im 19. Jahrhundert entstandenen Gießereien zeigt sie die Faktoren auf, die für die Ansiedlung und das Weiterbestehen dieser schwerindustriellen Betriebe eine Rolle spielten. Wie sich die Bestände des Archivs für Hausforschung des Instituts für Volkskunde chronologisch zusammensetzen, unter welchen ideologischen Prämissen und mit welchen Zielsetzungen bei der Anfertigung der Planzeichnungen und Fotografien von welchen Akteuren mit welchen Mitteln vorgegangen wurde, beschreiben Andreas Kühne und Hermann Wellner. Auf den von Maximilian Schmidt (1832–1919), dem als „Waldschmidt“ bekannten Volksschriftsteller aus dem Bayerischen Wald, organisierten ersten „Volkstrachten-Festzug“ während des Oktoberfestes 1895 in München geht Bärbel Kleindorfer-Marx ein und untersucht, wie dieser medial vermittelt und in Wort und Bild rezipiert wurde. Durch die Auswertung von Taufmatrikeln gelingt es Gabriele Pfeifer, den Münchner Findelkindern der Frühen Neuzeit auf die Spur zu kommen und Näheres zu deren Alter bei der Aussetzung, den Fundstätten und Fundsituationen sowie den ihnen gegebenen Familien- und Taufnamen in Erfahrung zu bringen. Simone Schneider führte Interviews, um zu eruieren, wie adipöse Menschen „den gesellschaftlichen Umgang mit ihrer Fettleibigkeit im Alltags- und Arbeitsleben wahrnehmen“. Ebenfalls auf Interviews basiert der Beitrag von Sabrina Beiderbeck, die die Griechenlandbilder thematisiert, die griechische Restaurantbesitzer durch die von ihnen verwendeten Lebensmittel, das Speisenangebot sowie das Mobiliar und die Dekoration vermitteln wollen.

Im Rezensionsteil werden 125 Publikationen besprochen.

Das Kabinett Hoffmann II, Teil 1: 31. Mai - 1. September 1919

bearbeitet von Wolfgang Ehberger unter Mitarbeit von Matthias Bischel

(Die Protokolle des Bayerischen Ministerrats 1919-1945), 2017, XVII, 81*, 453 Seiten, ISBN 978-3-7696-6685-4, € 59,90

Das Ende Mai 1919 gebildete Kabinett Hoffmann II, das von einer breiten Koalition aus Mehrheitssozialdemokratie, Bayerischer Volkspartei und Deutscher Demokratischer Partei getragen wurde, war die erste bayerische Staatsregierung, deren Handeln ganz im Zeichen des parlamentarischen Prinzips stand. Während der ersten drei Monate ihrer Amtszeit, in denen das Kabinett nach wie vor überwiegend von Bamberg aus agierte, hatte sich die Regierung mit einer Vielzahl komplexer Themen von besonderer Tragweite auseinanderzusetzen. Dabei kam der Stabilisierung der politischen Verhältnisse nach der Münchener Räteherrschaft und deren militärischer Niederschlagung, der staats- und verfassungsrechtlichen Neuordnung auf Landes- wie Reichsebene sowie der Ausgestaltung der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Friedensregelung zentrale Bedeutung zu.

Gesänger Buch. Der Zweÿte Theill Worinnen! Die Weltliche Gesänger zu finden seind

gesammelt und geschrieben von Phillipp Lenglachner (*1769, †1823). Edition der Handschrift Cgm 7340 der Bayerischen Staatsbibliothek München, transkribiert von Willibald Ernst, herausgegeben von Gabriele Wolf und Willibald Ernst

(Stubenberger Handschriften 2/2; Quellen und Studien zur musikalischen Volkstradition in Bayern, Band 6), 2017, 631 Seiten, 20 Abbildungen (ISBN 978-3-7696-0667-6, ISSN 1437-8361), € 49,00

Das großformatige, knapp 560 Seiten umfassende „Gesänger Buch“ des Hadernsammlers Phillipp Lenglachner (geb. 1769 in Weng im Innkreis, gest. 1823 in Stubenberg) enthält in seinem zweiten Teil die „Weltlichen Gesänger“. Lenglachner notierte hier sehr sorgfältig 330 weltliche Lieder, aber auch andere Vortragstexte. Sie bringen eine Vielzahl von Themen des Alltagslebens, der sozialen Beziehungen und Verhältnisse sowie von historisch-politischen Ereignissen zur Sprache, sind teils ernsthaft bis moralisierend, teils humorvoll bis derb-komisch. Die „Weltlichen Gesänger“ zeugen von den vielseitigen Interessen ihres Kompilators und Schreibers. Etwa ein Drittel der Lieder schrieb er in westmittelbairischer Mundart auf, etwa ein Drittel der Lieder sind bisher nicht anderweitig bekannt. Die „Weltlichen Gesänger“ liegen nun erstmals in einer vollständigen und buchstabengetreuen Edition vor. Der Text ist mit Worterläuterungen versehen und wird durch ein nummeriertes Inhaltsverzeichnis, ein alphabetisches Verzeichnis der Liedanfänge und ein alphabetisches Verzeichnis der nicht zum Singen bestimmten Texte erschlossen. Die historisch-philologische Einführung stellt diesen zweiten Teil der Handschrift vor und präsentiert die Lieder systematisiert nach formalen Gesichtspunkten und inhaltlichen Kategorien. Sie gibt damit Einblicke in die geistigen Horizonte ihres Sammlers und in die alltagskulturell verankerte musikalische Praxis des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

Die deutschen Königspfalzen, Band Bayerisch-Schwaben

herausgegeben von Caspar Ehlers, Helmut Flachenecker, Bernd Päffgen und Rudolf Schieffer

(Die deutschen Königspfalzen 5,3), 2016, XXXVIII, 286 Seiten, € 130,00

Im Rahmen des Repertoriums der deutschen Königspfalzen werden mehrere Bände die königlichen Aufenthaltsorte in Bayern dokumentieren. Der Teilband Bayerisch-Schwaben ist zwar dem Landesteil mit den wenigsten Aufenthaltsorten gewidmete, bietet aber mit Augsburg einen kirchlichen wie weltlichen Zentralort seit der Römerzeit. In dem Band werden außerdem die Handlungen des ostfränkisch-deutschen Reisekönigtums an den Orten Donauwörth, Günzburg, Hohenaltheim, Holzkirchen, Memmingen, Mering und Zusmarshausen nach einem einheitlichen Bearbeitungsschema erörtert. Das Werk erschließt die schriftlichen Quellen sowie die archäologisch-kunsthistorisch relevanten Zeugnisse. So entstand ein nicht nur an Experten gerichtetes Kompendium herrscherlichen Handelns im südwestlichen Regierungsbezirk Bayerns unter reichs- und landesgeschichtlichen sowie kulturwissenschaftlichen Gesichtspunkten.

Das Landgericht Ried

bearbeitet von Roger Michael Allmannsberger und Gerhard Schwentner

(Historischer Atlas von Bayern, Teil Innviertel 2), 2017, LII, 700 Seiten, ISBN 978-3-7696-6561-1, € 59,90

Das Landgericht Ried, das etwas kleiner als der spätere gleichnamige Bezirk war, gehörte zu den großen Landgerichten des von vielfältigen Herrschaftsstrukturen geprägten Herzogtums Bayern. Im vorliegenden Band wird zuerst die Entwicklung vom Rottach- und Mattiggau der agilolfingischen Zeit bis hin zur vornbachischen, dann andechsischen Grafschaft Schärding-Neuburg nachgezeichnet, zu welcher der Untersuchungs­raum bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts gehörte. Im Zuge des Herrschafts­ausbaus der Wittelsbacher entstand das Landgericht Ried, das durch zahlreiche Hofmarken geprägt war. Neben adeligen Herren wie z.B. den Herrn von der Wahl auf Aurolzmünster dominierte vor allem das Domkapitel Passau die grundherrschaftlichen Strukturen. Im Zentrum der Untersuchung steht wie bei allen Bänden des Historischen Atlas von Bayern die statistische Güterbeschreibung, welche jedes im 18. Jahrhundert existierende Anwesen mit Angabe der Grundherrschaft und der Niedergerichtsbarkeit erfasst. Die 1779 erfolgte Abtrennung von Bayern, die napoleonischen Wirren sowie die bis heute gestalt­gebenden Umwälzungen des 19. Jahrhunderts umfassen den letzten Teil des Bandes.

Eichstätt. Stadt und Altlandkreis

bearbeitet von Antonius Reith

(Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken 8), 2017, 60*, 315 Seiten, ISBN 978-3-7696-6590-1, € 44,90

Im vorliegenden Band untersucht Antonius Reith alle 290 Siedlungsnamen, darunter auch die Namen von abgegangenen Siedlungen („Wüstungen“), der Stadt und des Altlandkreises Eichstätt (vor der Gebietsreform von 1972). Auf der Grundlage einer umfangreichen Sammlung historischer Schreibformen und der mundartlichen Aussprache wird jeder einzelne Name einer sprachwissenschaftlichen Analyse unterzogen, die zur Bestimmung und Erklärung der Namenelemente führt. Entsprechend der vielschichtigen Besiedlungsgeschichte des Untersuchungsgebiets werden in der Einleitung (Teil I) vorgeschichtliche, römerzeitliche, germanische und deutsche Ortsnamen in eigenen Kapiteln zusammenfassend analysiert und auf der Grundlage der Ergebnisse aus den 290 Ortsartikeln (Teil II) typologisch ausgewertet. Der Band enthält im Anhang (Teil III) mehrere Register, darunter Verzeichnisse der Erstnennungen der behandelten Namen und der einzelnen Ortsnamenbestandteile, sowie eine großformatige Kartenbeilage, die einen Überblick über den Altlandkreis Eichstätt und seine Wüstungen gibt. Das HONB Eichstätt bietet Wissenschaftlern, Heimatforschern und allen historisch Interessierten umfassend Auskunft über Ortsnamen und Siedlungsgeschichte im Gebiet um den Hauptort des Altmühltals.